Eine Siedlung der Anlagestiftung der Migros-Pensionskasse zwischen dem Stoffelweg und der Neudorfstrasse in Wädenswil wird teilweise abgerissen und neu gebaut. Allen Mieterinnen und Mietern wurde die Wohnung gekündigt. Der Baustart ist auf 2029 angesetzt. Ein anderer Teil wird ohne Leerkündigung saniert. Eine Bewohnerin, die ihre Wohnung verliert, beschreibt die Häuser aus dem Baujahr 1983 als gut erhalten und ihre Wohnung als fantastisch. Sie würde diese niemals freiwillig hergeben. Sie versteht die Sanierungsbedürftigkeit, empfindet einen Neubau und somit die Leerkündigung aber als unverhältnismässig. Die Wohnungen weisen nur wenige Mängel auf. Sie haben einen gut erhaltenen Parkettboden und funktionierende Heizungen, lediglich die Fenster isolieren schlecht. Diese Häuser, die eine Lebenserwartung von 80 bis 100 Jahren haben sollten, wirken keinesfalls abbruchreif. Spielen Renditeoptimierung und mangelnde soziale Verantwortung ebenfalls eine Rolle? Der Mietzins einer 3.5-Zimmer Wohnung im obersten Stockwerk mit Seesicht liegt unter 1800 Franken – eine absolute Rarität. Viele Bewohnerinnen und Bewohner stehen kurz vor der Pension und finden kaum bezahlbaren Ersatz. Auch junge Familien sind hart von der Leerkündigung betroffen.
Dieser Artikel erschien im August 2026 in der Parteizeitung «So».