Wohnen darf kein Luxus sein

Foto: Martin Linsi
Die Wohnumfrage der SP Wädenswil zeigte deutlich: Neun von zehn Befragten empfinden den Wohnraum als zu teuer.

Wädenswil steht unter Druck. Die Mieten steigen seit Jahren, bezahlbare Wohnungen werden knapper. Für viele Menschen ist Wohnen längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Besonders Familien, ältere Menschen und junge Erwachsene fragen sich, ob sie auch in Zukunft in Wädenswil bleiben können.

Fast jede zweite Person hat Angst, nach einer Sanierung ihre Wohnung zu verlieren. Dass so viele Einwohnerinnen und Einwohner diese Unsicherheit im Alltag spüren ist kein Zufall. Immer mehr Wohnraum wird renditeorientiert bewirtschaftet. Liegenschaften werden aufgekauft, saniert oder ersetzt. Danach werden sie deutlich teurer vermietet. Günstige Wohnungen verschwinden, Quartiere verändern sich, Menschen werden verdrängt. Was verloren geht, ist nicht nur Wohnraum, sondern
auch soziale Durchmischung, Stabilität und Vertrauen. Gleichzeitig zeigt sich: Wohnungen im Eigentum von gemeinnützigen Wohnbauträgern wie Genossenschaften sind deutlich günstiger. Diese verzichten auf Gewinnmaximierung, vermieten nach dem Prinzip der Kostenmiete und investieren ihre Mittel langfristig in Unterhalt und Qualität.

Massvolle Rendite, statt überrissener Profit

Hier setzt die Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen in Wädenswil» an. Sie will in der Gemeindeordnung festschreiben, dass sich die Stadt aktiv dafür einsetzt, den Anteil gemeinnütziger Wohnungen stetig zu erhöhen. Konkret sollen bis 2050 mindestens 15 Prozent aller Mietwohnungen im Eigentum von gemeinnützigen Wohnbauträgern sein. Selbstgenutztes Wohneigentum ist davon ausgenommen. Die Initiative schafft damit klare Leitplanken für eine aktive Wohnpolitik auf kommunaler
Ebene. Gemeinnütziger Wohnungsbau ist sozial gerecht, ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich nachhaltig. Er sorgt für stabile Mieten, gut unterhaltene Liegenschaften und eine Stadt, in der Menschen unterschiedlicher Einkommensstufen, Generationen und Lebensformen Platz haben. Wohnen darf kein Luxus sein, sondern muss für alle Teile der Bevölkerung erschwinglich bleiben. 

 

Dieser Artikel erschien im Februar 2026 in der Parteizeitung «So».

Ansprechpartner:innen zu diesem Thema

Antonio Finger

Antonio Finger

Präsident SP Wädenswil

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